Zum Inhalt springen
Auswanderziele Daten · Kosten · Orte

Entscheidungsfrage

Lohnt sich Auswandern in die Schweiz als Rentner?

Die Schweiz ist mit einem Preisniveau von 154,3 das mit Abstand teuerste erfasste Zielland; eine deutsche Rente verliert dort rund ein Drittel ihrer Kaufkraft.

Das Preisniveau in der Schweiz liegt bei 154,3, gemessen an Deutschland als 100. Eine deutsche Rente hat dort eine Kaufkraft von 64,8: Aus 1.200 Euro im Monat wird rechnerisch die Kaufkraft von rund 778 Euro. Das ist der niedrigste Wert aller achtzehn erfassten Zielländer und liegt weit hinter dem zweitteuersten. Beide Zahlen stammen aus dem Preisniveauindex von Eurostat, Referenzjahr 2024.

Warum ziehen dann so viele Deutsche in die Schweiz?

Die Schweiz verzeichnet mit rund 17.469 Zuzügen deutscher Staatsangehöriger im Berichtsjahr den höchsten Wert aller erfassten Länder — und gleichzeitig die schlechteste Rentenkaufkraft. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich über den Grund des Umzugs: Wer in die Schweiz zieht, geht in aller Regel dorthin, um zu arbeiten, nicht um in Rente zu gehen. Das Medianeinkommen der dortigen Bevölkerung ab 65 Jahren liegt bei rund 42.414 Euro im Jahr und damit mehr als dreimal so hoch wie in Portugal. Wer ein Schweizer Erwerbseinkommen bezieht, erlebt das hohe Preisniveau anders als jemand, der eine deutsche Rente mitbringt. Die Zuzugszahl taugt deshalb nicht als Empfehlung für den Ruhestand.

Wie hoch ist die Wohnkostenbelastung im Alter?

Rund 27,2 Prozent der Menschen ab 65 Jahren in der Schweiz wenden mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen auf. Das ist der zweithöchste Wert aller erfassten Zielländer und liegt um ein Vielfaches über Portugal mit 3,2 oder Spanien mit 4,8 Prozent. Bemerkenswert ist die Kombination: hohe örtliche Einkommen und trotzdem hohe Wohnkostenbelastung. Sie zeigt, dass der Schweizer Wohnungsmarkt auch für Menschen mit dortigem Einkommen angespannt ist — und damit erst recht für jemanden, der eine ausländische Rente mitbringt. Wer Eigentum kauft, koppelt sich davon ab, muss aber den Einstiegspreis stemmen.

Was spricht datenseitig für die Schweiz?

Zwei Größen fallen positiv aus. Die Verbraucherpreise sind mit 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu stabil, deutlich ruhiger als in Spanien mit 3,0 oder Kroatien mit 3,8 Prozent. Und die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 Prozent, was für alle zählt, die vor Ort arbeiten oder vermieten wollen. Für die regionale Wirtschaftskraft liegen keine Werte vor, weil die Schweiz Eurostat kein regionales Bruttoinlandsprodukt meldet — die vier erfassten Schweizer Zielorte tragen an dieser Stelle deshalb eine Lücke statt einer Schätzung.

Was beantwortet diese Seite nicht?

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, weshalb Aufenthalt, Krankenversicherung und Rentenbesteuerung anderen Regeln folgen als innerhalb der Union. Das Formular S1, über das gesetzlich Versicherte mit deutscher Rente in EU-Staaten sachleistungsberechtigt werden, greift hier nicht in gleicher Weise. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach dem Freizügigkeitsabkommen und dem Doppelbesteuerungsabkommen und ist eine Rechtsfrage, die eine Beratung erfordert. Auf dieser Seite stehen dazu nur die Verweise auf die amtlichen Quellen, keine Auslegung. Die vier erfassten Orte im Detail: Zürich, Genferseeregion, Tessin und Graubünden.

Stand dieser Seite

Zuletzt geprüft am 03.09.2026, nächste Prüfung spätestens 02.12.2026. Die Zahlen in dieser Antwort werden bei jedem Bauen neu aus dem Archiv gelesen — sie veralten nicht zwischen zwei Prüfungen. Diese Seite als JSON: /fragen/als-rentner-in-die-schweiz-auswandern.json.