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Entscheidungsfrage

Was kostet das Leben, wenn man nach Spanien auswandert?

Spanien liegt beim Preisniveau 7,3 Prozent unter Deutschland, und eine deutsche Rente hat dort eine Kaufkraft von 107,9. Beim Wohnen kippt das Bild: Die Preise stiegen in fünf Jahren um 51,5 Prozent.

Wie günstig ist Spanien wirklich?

Das Preisniveau des Haushaltskonsums liegt in Spanien bei 92,7, gemessen an Deutschland als 100. Der Warenkorb, den Eurostat vergleicht, kostet dort also rund 7,3 Prozent weniger. Das ist ein spürbarer, aber kein dramatischer Abstand — deutlich kleiner, als die verbreitete Vorstellung vom billigen Süden nahelegt.

Wichtiger als der Gesamtindex ist die Aufteilung nach Verbrauchskategorien. Lebensmittel liegen in Spanien nahe am deutschen Niveau, während Wohnen, Energie und Gastronomie deutlicher darunter liegen. Wer viel auswärts isst und wenig Miete zahlt, spart mehr als der Index verspricht; wer hauptsächlich zu Hause kocht und eine große Wohnung mietet, spart weniger. Aus diesem Grund rechnet der Kostenrechner jede Ausgabenposition mit dem Preisniveau ihrer eigenen Kategorie um, statt einen einzigen Landesfaktor auf alles anzuwenden.

Eine Einschränkung gehört dazu: Amtliche Preisniveaus werden landesweit erhoben. Zwischen Madrid und der Costa de la Luz liegen im Alltag Welten, im Preisindex aber derselbe Wert. Was die spanischen Zielorte in diesem Datensatz tatsächlich trennt, ist die Wirtschaftskraft ihrer Region — sie reicht von 84 in Madrid bis 42 an der Costa de la Luz.

74,7Türkei, Deutschland = 100

Von den sieben erfassten Zielländern liegt Türkei mit einem Preisniveau von 74,7 am niedrigsten und Schweiz mit 154,3 am höchsten. Deutschland ist auf 100 gesetzt; ein Wert unter 100 bedeutet, dass derselbe Warenkorb dort weniger kostet.

Quelle: Eurostat prc_ppp_indReferenz: 2024erhoben 02.09.2026Erheber: Eurostatn: nicht erhobenMethode: Preisniveauindex Haushaltskonsum, EU27=100, auf Deutschland umbasiertEbene: LandOriginalabrufReihe und Vintages
LandLebenshaltungKaufkraft einer Rente
Türkei74,7133,9
Montenegro82,2121,7
Bulgarien86,5115,7
Tschechien86,7115,4
Ungarn92,3108,3
Spanien92,7107,9
Niederlande96,3103,8
Slowenien97,4102,7
Portugal98,8101,2
Italien99101
Kroatien10199
Zypern101,998,1
Griechenland10397,1
Schweden103,696,5
Frankreich107,293,3
Österreich107,692,9
Malta109,391,5
Schweiz154,364,8
Deutschland = 100. Lebenshaltung unter 100 heißt günstiger, Kaufkraft über 100 heißt, die Rente reicht weiter. Referenzjahr 2024, veröffentlicht 10.07.2025.

Was ist eine deutsche Rente in Spanien wert?

Die Kaufkraft einer deutschen Rente liegt in Spanien bei 107,9. Wer 1.500 Euro Rente bezieht, kann sich davon Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von rund 1.619 Euro deutscher Kaufkraft leisten. Der Zugewinn entsteht allein aus dem niedrigeren Preisniveau — die Rente selbst wird in Euro ausgezahlt und ändert sich durch den Umzug nicht.

Das Medianeinkommen der Bevölkerung ab 65 Jahren liegt in Spanien bei 21.409 Euro im Jahr. Wer die eigene Rente danebenlegt, sieht sofort, in welcher Hälfte er örtlich landet. Diese Einordnung hat zwei Seiten: Handwerk, Pflege und Dienstleistungen hängen an örtlichen Löhnen und erscheinen deshalb günstig. Zugleich ist die soziale und medizinische Infrastruktur auf dieses Niveau ausgelegt, was bei wachsendem Pflegebedarf zählt.

Auffällig entspannt ist der Wohnungsmarkt für Ältere: 4,8 Prozent der spanischen Bevölkerung ab 65 wenden mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen auf. Zum Vergleich liegt dieser Anteil in Griechenland bei 31,8 Prozent. Der Grund ist die hohe Eigentumsquote unter älteren Spaniern — für Zuziehende, die mieten oder kaufen müssen, gilt diese Entlastung nicht.

Warum sind die Immobilienpreise das eigentliche Thema?

Spanische Hauspreise sind in fünf Jahren um 51,5 Prozent gestiegen. Das ist der Wert, der die Rechnung für Zuziehende umdreht: Beim laufenden Verbrauch spart man rund sieben Prozent, beim Einstieg in den Wohnungsmarkt zahlt man den Aufschlag von fünf Jahren Preisanstieg auf einmal.

Der Anstieg verteilt sich nicht gleichmäßig. Amtliche Reihen liegen nur landesweit vor, und ortsscharfe Quadratmeterpreise veröffentlicht keine amtliche Stelle — deshalb steht auf den Ortsseiten dort, wo eine solche Zahl stehen müsste, ausdrücklich „nicht erhoben" statt einer Schätzung.

Für die Entscheidung heißt das: Wer mietet, profitiert vom niedrigeren Preisniveau ohne den Kaufpreisaufschlag. Wer kauft, sollte die 51,5 Prozent als das lesen, was sie sind — ein Einstiegspreis auf dem Stand nach der Verteuerung, nicht davor.

+1.175,8% in Türkei, fünf Jahre

Den stärksten Anstieg verzeichnet Türkei mit 1.175,8 %, den schwächsten Frankreich mit 5,4 %. Die Werte sind nominal und landesweit; an gefragten Küstenabschnitten liegt der tatsächliche Anstieg regelmäßig darüber.

Quelle: Eurostat prc_hpi_qReferenz: 2026-Q1erhoben 02.09.2026Erheber: Eurostatn: nicht erhobenMethode: Hauspreisindex alle Wohnungen, jüngstes Quartal gegen dasselbe Quartal vor fünf JahrenEbene: LandReihe und Vintages
LandVeränderung in fünf Jahren
Frankreich+5,4 %
Schweden+6,1 %
Italien+17,9 %
Österreich+19,4 %
Malta+38,2 %
Zypern+41,2 %
Niederlande+43,9 %
Spanien+51,5 %
Tschechien+53,5 %
Slowenien+59,4 %
Portugal+80 %
Kroatien+82,7 %
Bulgarien+87,1 %
Ungarn+97,6 %
Türkei+1.175,8 %
Nominal, nicht inflationsbereinigt. Ohne Griechenland, Schweiz, Montenegro: für dieses Land liegt kein Vergleichsquartal vor fünf Jahren vor, deshalb wird nicht gerechnet statt geschätzt.

Welche Orte in Spanien sind erfasst?

Der Datensatz führt 20 spanische Zielorte: Barcelona, Madrid, Sevilla und Valencia als Städte, die Costas von Almería bis Tropical, dazu Mallorca, Menorca, Ibiza und die Kanaren mit Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura und La Palma.

Preisniveau, Kaufkraft und Wohnkostendruck tragen bei allen zwanzig denselben Wert, weil diese Reihen landesweit erhoben werden. Getrennt werden die Orte allein über die Wirtschaftskraft ihrer Region und das Medianalter — und dort entstehen echte Unterschiede: Madrid erreicht 84, Barcelona 70,8, die Costa de la Luz 42. Eine wirtschaftsstarke Region bedeutet bessere Versorgung und Anbindung bei höheren örtlichen Preisen, eine schwache das Gegenteil.

Welcher dieser Orte zu einem passt, hängt an der eigenen Gewichtung. Im Zielvergleich lässt sich einstellen, was zählt — und wo die Kennzahlen nicht trennen, weist das Ergebnis den Gleichstand aus, statt eine Reihenfolge zu erfinden.

Alle 20 spanischen Orte im Atlas ansehen

Worüber sagt diese Seite nichts?

Zu Aufenthaltsrecht, Anmeldung, Rentenbesteuerung und Krankenversicherung macht diese Seite keine Angaben. Ob und wo eine deutsche Rente besteuert wird, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen und der Rentenart; das ist eine Rechtsfrage im Einzelfall und gehört in eine Beratung durch eine qualifizierte Person.

Ebenfalls nicht erhoben sind die Beiträge einer privaten Krankenversicherung im Ausland — für sie existiert keine amtliche Zeitreihe. Wer diese Position in seine Rechnung aufnehmen will, muss eigene Angebote einholen und den Betrag selbst eintragen.

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Zuletzt geprüft am 08.09.2026, nächste Prüfung spätestens 07.12.2026. Die Zahlen in dieser Antwort werden bei jedem Bauen neu aus dem Archiv gelesen — sie veralten nicht zwischen zwei Prüfungen. Diese Seite als JSON: /fragen/auswandern-nach-spanien.json.